Die Baumeister von Tenochtitlan — Spielanleitung

Hofspiel der kleinen Jungenfreizeit · 4 Viertel mit je ~12 Jungen · 10 Mitarbeiter

Diese Anleitung erklärt das ganze Spiel von Null. Wer sie gelesen hat, kann mitspielen, einen Stand betreuen und am Ende werten.


Worum es geht

Die Flut hat Tenochtitlan zerstört. Jedes Viertel baut seinen Teil der Stadt wieder auf — aus Legosteinen, auf einer eigenen Grundplatte. Am Ende gewinnt das Viertel mit der wertvollsten Stadt.

Der Trick, um den sich alles dreht:

Jedes Viertel kann nur seine eigene Farbe herstellen. Gebaut wird aber fast nur mit fremden Farben. Also muss jedes Viertel mit den anderen handeln.

Die vier Viertel

Viertel Farbe Tier
Moyo Rot Jaguar
Cupo Grün Schlange
Atza Gelb Adler
Zoqi Blau Kaiman

Jedes Viertel hat ungefähr zwölf Jungen.

Wie das Gelände aussieht

Cupo POSTEN Grünes Viertel Handelsplatz Grün Atza POSTEN Gelbes Viertel Handelsplatz Gelb Moyo POSTEN Rotes Viertel Handelsplatz Rot Zoqi POSTEN Blaues Viertel Handelsplatz Blau BAUPLATZ 4 Grundplatten hinter der Mistmauer Wertung
Jeder Handelsplatz liegt auf dem Weg von „seinem" Außenposten zur Mitte. Wer zum Bauplatz will, kommt an einem Handelsplatz vorbei — und wer alle vier Preise kennen will, muss laufen.

An jedem Außenposten und an jedem Handelsplatz steht ein Mitarbeiter, dazu einer am Bauplatz und die Spielleitung: 10 insgesamt.


Der Kreislauf

1

Laufen

an den vier Außenposten

Jeder Junge hat einen Laufzettel. Eine Runde über die drei fremden Außenposten, an jedem ein Strich auf den Zettel. Dann zum eigenen Außenposten und einlösen.

volle Zeile = 2 Steine deiner Farbe
2

Handeln

an den vier Handelsplätzen

Die eigene Farbe verkaufen, fremde kaufen. Der Preis richtet sich danach, wie viel von der Farbe gerade da ist.

viel da = billig · wenig da = teuer
3

Bauen

am Bauplatz, hinter der Mistmauer

Ein Etage ist ein Block aus Steinen einer Farbe — nie der eigenen. Darüber ein zweites in einer anderen Farbe, darüber ein drittes.

nur einer je Viertel darf hinein
4

Decken

ebenfalls am Bauplatz

Ganz oben das Dach in der eigenen Farbe. Damit ist das Gebäude fertig und zählt — vorher zählt es nichts.

ohne Dach: null Punkte
Der Kreislauf. Alle vier Schritte laufen die ganze Zeit parallel — ein Viertel, das sich aufteilt, hat immer alle vier gleichzeitig am Laufen.

1. Laufen — so kommt ihr an Steine

Jeder Junge bekommt einen eigenen Laufzettel. Der hat drei Spalten — eine für jedes der drei anderen Viertel — und 18 Zeilen (9 vorne, 9 hinten). Alles, was ihr erlauft, wird auf diesem Zettel festgehalten.

Immer nur ein Laufzettel je Junge. Wer mit zwei Zetteln unterwegs ist, bekommt an keinem Außenposten einen Strich. Sammeln geht nicht.

So geht eine Runde:

  1. Lauf zu einem fremden Außenposten. Der Mitarbeiter macht dir einen Strich auf deinen Laufzettel, in seine Spalte.
  2. Dasselbe bei den beiden anderen fremden Außenposten. Die Reihenfolge ist egal.
  3. Sind alle drei Striche einer Zeile da, geh zu deinem eigenen Außenposten. Der Mitarbeiter streicht die Zeile durch und gibt dir 2 Legosteine in deiner Viertelfarbe.

Immer eine Zeile nach der anderen. Der Mitarbeiter trägt den Strich in die oberste noch offene Zeile ein. Steht dort in seiner Spalte schon einer, bekommst du nichts — dann warst du schon bei ihm und musst erst zu den anderen beiden.

Daraus folgt: Ist eine Zeile voll, musst du sie erst einlösen, bevor du wieder losläufst. Genau das ist der Rundlauf — drei fremde Außenposten, dann nach Hause. Und niemand kann fünfmal hintereinander an demselben Außenposten anstehen.

Ist dein Zettel voll oder geht er verloren, gibt es am eigenen Außenposten einen neuen — gegen Abgabe des alten, und solange der Vorrat reicht. Euer Viertel hat 13 Zettel, mehr nicht.

Zettel dürfen weitergegeben werden — aber nur innerhalb des eigenen Viertels. Auf einem Moyo-Zettel stehen die Spalten Cupo, Atza und Zoqi; für einen Cupo-Jungen wäre er wertlos. Wer nicht mehr mag, gibt seinen Zettel also einem aus der eigenen Gruppe.

Zum Start bekommt jedes Viertel: 10 Steine der eigenen Farbe — und kein Gold.

Das ist eure erste Entscheidung: Die zehn Steine sind sofort rund 66 Gold wert, wenn ihr sie verkauft. Ihr könnt sie aber auch aufheben — für das Dach braucht ihr eure eigene Farbe. Ohne zu verkaufen habt ihr allerdings kein Geld, und ohne Geld keine fremden Farben.


2. Handeln — die vier Handelsplätze

An jedem Handelsplatz liegt eine Farbe: die des Viertels, zu dessen Außenposten der Weg führt. Die Steine liegen dort in einem senkrechten Stapel, daneben steht eine Skala mit Preisen.

GOLD STEINE 157–64249–56341–48433–40525–32617–2479–1681–8 Spielstart: nur 10 Steine die Spitze zeigt auf 7 Stapel hoch = viel da also billig Stapel niedrig = kaum was da also teuer 61 cm · 64 Steine Boden — hier steht der erste Stein
Jeder einzelne Stein kostet genau das, was an seiner Höhe steht — beim Kaufen wie beim Verkaufen. Ein Abschnitt fasst 8 Steine; ein Legostein ist 9,6 mm hoch, der ganze Stapel also 61 cm.

Die eine Regel

Jeder Stein kostet genau das, was an seiner Höhe steht — beim Kaufen wie beim Verkaufen.

Mehr ist es nicht. Der Preis richtet sich danach, wie viel von einer Farbe gerade da ist: viel da heißt billig, wenig da heißt teuer.

Daraus folgt von selbst:

Zwei Rechenbeispiele

Verkaufen — gleich zu Spielbeginn. Im Stapel liegen die 10 Steine vom Start, die Spitze steht bei 7. Du verkaufst 6 von deinen zehn:

Steine wo sie landen Preis
alle 6 Abschnitt 9–16 7

Zusammen 6 × 7 = 42 Gold. Verkaufst du gleich alle zehn, sind es 66 Gold — die letzten vier landen schon im 6er-Abschnitt und bringen weniger.

Kaufen. Im Stapel stehen 20 Steine, die Spitze steht bei 6. Du kaufst 8:

Steine wo sie lagen Preis
die obersten 4 Abschnitt 17–24 6
die nächsten 4 Abschnitt 9–16 7

Zusammen 4 × 6 + 4 × 7 = 52 Gold. Danach stehen 12 Steine im Stapel.

Der Handel ist gratis

Kaufen und Verkaufen laufen über dieselbe Skala. Es gibt keinen Aufschlag, keine Gebühr, keine Spanne. Wer 8 Steine kauft und sofort zurückverkauft, bekommt exakt dieselben 52 Gold zurück — der Handelsplatz verdient nie etwas, an niemandem.

Geld verdient man also nicht gegen den Handelsplatz, sondern gegen die anderen Viertel: kaufen, solange eine Farbe billig ist, verkaufen, wenn sie knapp geworden ist.

Die Preisskala

Steine im Stapel 1–8 9–16 17–24 25–32 33–40 41–48 49–56 57–64
Preis je Stein 8 7 6 5 4 3 2 1

Zum Spielstart liegen nur 10 Steine in jedem Stapel — die Spitze zeigt also 7. Die Stapel sind absichtlich fast leer: So sind eure ersten verkauften Steine richtig viel wert.

Noch drei Dinge

Niemand legt Steine nach. Alles, was in einem Stapel steht, hat jemand erlaufen und hineingelegt — bis auf die 10 Steine vom Spielstart, damit überhaupt gehandelt werden kann.

Ganz leer und ganz voll. Ist der Stapel leer, kann man nichts kaufen: „Ist grad nichts da, komm später." Verkaufen geht trotzdem — der erste Stein bringt dann 8 Gold. Passt oben nichts mehr drauf (der Kanal fasst 64 Steine), kommen die Steine in die Schale daneben: Sie bringen 1 Gold und werden beim nächsten Kauf für 1 Gold zuerst wieder ausgegeben.

Verkaufen darf man jede Farbe, nicht nur die eigene — jeder Stein gehört an den Handelsplatz seiner Farbe.

Anstellen. Wer dran ist, macht eine Sache: einen Kauf oder einen Verkauf — egal über wie viele Steine. Wer beides will, stellt sich zweimal an.


3. Bauen — Etagen und das Dach

Gebaut wird am Bauplatz in der Mitte, jedes Viertel auf seiner eigenen Grundplatte.

Ein Gebäude besteht aus Etagen. Eine Etage ist ein Block aus Steinen einer einzigen Farbe — und zwar nie eurer eigenen. Darauf kommt ein zweites Etage in einer anderen Farbe, darauf ein drittes in der dritten. Ganz oben kommt das Dach in eurer eigenen Farbe.

Erst mit Dach zählt ein Gebäude. Ohne Dach bringt es null Punkte, und die Steine darin sind verloren.

Die Breite: Haus, Villa oder Palast

Wie breit ihr baut, entscheidet ihr, bevor ihr die erste Etage legt:

Haus Villa Palast
Steine je Etage 4 8 12
Dach (eigene Farbe) 4 8 12

Eine Etage ist eine Reihe Steine nebeneinander und einen Stein hoch: beim Haus vier Steine in einer Reihe, bei der Villa acht, beim Palast zwölf. Das Dach genauso.

Die Höhe: ein, zwei oder drei Etagen

Jede Etage muss eine andere Farbe haben, und eure eigene ist nie dabei. Es gibt nur drei fremde Farben — deshalb sind höchstens drei Etagen möglich. Eine zusätzliche Regel braucht es dafür nicht.

1. Etagefremde Farbe2. Etagefremde Farbe3. Etagefremde FarbeDACHeigene FarbeHaus4 Steine je Etage2 nebeneinander, 2 hoch24 Punkte1 Etage 6 · 2 Etagen 1512 gekaufte + 4 eigene Steine1. Etagefremde Farbe2. Etagefremde Farbe3. Etagefremde FarbeDACHeigene FarbeVilla8 Steine je Etage4 nebeneinander, 2 hoch64 Punkte1 Etage 16 · 2 Etagen 4024 gekaufte + 8 eigene Steine1. Etagefremde Farbe2. Etagefremde Farbe3. Etagefremde FarbeDACHeigene FarbePalast12 Steine je Etage6 nebeneinander, 2 hoch104 Punkte1 Etage 26 · 2 Etagen 6536 gekaufte + 12 eigene Steine
Alle drei mit drei Etagen und gedeckt, gezeichnet aus Sicht des roten Viertels. Jede Etage ist eine einzige Farbe, jede Etage eine andere — die eigene ist nie dabei. Weil es nur drei fremde Farben gibt, sind drei Etagen das Höchste. Ganz oben das Dach in der eigenen Farbe: Erst mit ihr zählt das Gebäude überhaupt — ohne sie ist es null Punkte wert, und die Steine darin sind verloren.

Was die Gebäude bringen

fertige Etagen Haus Villa Palast
1 Etage 6 16 26
2 Etagen 15 40 65
3 Etagen 24 64 104

Und so viele Steine kostet es:

Haus Villa Palast
1 Etage + Dach 8 16 24
2 Etagen + Dach 12 24 36
3 Etagen + Dach 16 32 48

Davon sind immer nur die Etagen fremde Farben — die müsst ihr kaufen. Das Dach ist eure eigene Farbe, die erlauft ihr euch.

Weitere Regeln

Das Risiko

Ein angefangenes Gebäude ohne Dach bringt null Punkte — die Steine darin sind weg. Das ist kein Missgeschick, sondern der Kern des Spiels: Ihr entscheidet selbst, wie viel ihr euch zutraut.


Wem gehört was?

Alles gehört dem Viertel, nicht dem Einzelnen. Wer Steine oder Gold trägt, trägt sie für sein Viertel. Jedes Viertel hat am Bauplatz eine Schale, in der der gemeinsame Vorrat liegt.

Untereinander tauschen ist erlaubt — Steine und Gold auch zwischen Vierteln, Laufzettel nur innerhalb des eigenen. Aber: Neue Steine gibt es nur an einem Außenposten (erlaufen) oder an einem Handelsplatz (gekauft). Wegnehmen gilt nicht; Besitz wechselt nur freiwillig.

Wer entscheidet, was gebaut wird? Ihr. Das ist Absicht — organisiert euch.


Das Geld

Gold gibt es ausschließlich fürs Verkaufen. Ihr startet mit null Münzen. Beim Laufen bekommt ihr Steine, kein Gold. Jede Münze, die euer Viertel besitzt, hat vorher jemand durch einen Verkauf an einem Handelsplatz verdient.

Merkt euch das: Ein Viertel, das nichts verkauft, hat nie Geld — und ohne Geld gibt es keine fremden Farben und damit keine Gebäude. Verkauft als Erstes ein paar von euren zehn Startsteinen.

Am Ende ist Gold wertlos. Was in der Schale liegt, ist verschenkt — rechtzeitig in Steine und Gebäude verwandeln.

Baut früh. Neue Steine gibt es nur, solange gelaufen wird, und das endet zehn Minuten vor Schluss. Wer bis zuletzt sammelt, hat am Ende Steine, aber keine Zeit mehr zum Decken.


Der Ablauf

Minute Was passiert
Trompete Start. Vorher darf niemand rennen. Jeder Junge bekommt einen Laufzettel, jedes Viertel 10 eigene Steine und kein Gold. Alle Stände öffnen.
dazwischen Volles Spiel: laufen, handeln, bauen, decken. Nichts schließt vorher, es gibt keinen Baustopp.
Zehn Töne Warnung: noch zehn Minuten. Sonst ändert sich nichts.
Trompete Schluss. Der Bauplatz ist gesperrt, auf die Grundplatten kommt nichts mehr. Rundgang und Wertung.

Die Wertung

Beim Rundgang wird Gebäude für Gebäude gezählt. Zwei Fragen je Gebäude: Trägt es ein Dach? Und wenn ja: wie breit ist es, und wie viele Etagen hat es?

fertige Etagen Haus (4 je Etage) Villa (8) Palast (12)
1 6 16 26
2 15 40 65
3 24 64 104

Ohne Dach: null. Angefangene Etagen zählen null. Gold zählt nicht.

Aus der Reihenfolge werden Paletten: Baumaterial für Mikrotitlan, das Miniaturmodell der Stadt, an dem die Viertel die ganze Woche über weiterbauen. Wer hier gewinnt, darf dort am meisten anbauen.

Platz 1. 2. 3. 4.
Paletten 5 3 1 0

Bei Gleichstand entscheidet: mehr gedeckte Gebäude, dann mehr Etagen insgesamt, dann Los.


Die sechs Sätze, die man sich merken muss

  1. Eine Runde über alle drei fremden Außenposten, dann zum eigenen: 2 Steine.
  2. Am Handelsplatz kostet jeder Stein das, was an seiner Höhe steht — beim Kaufen wie beim Verkaufen.
  3. Viel da = billig, wenig da = teuer. Niemand füllt nach. Gold gibt es nur fürs Verkaufen.
  4. Ein Gebäude ist ein Stapel Etagen: jede Etage eine fremde Farbe, jede Etage eine andere. Breite 4, 8 oder 12 Steine je Etage, alle in einer Reihe, eine Etage einen Stein hoch.
  5. Obendrauf das Dach in der eigenen Farbe — erst damit zählt das Gebäude. Ohne Dach: null.
  6. Gebaut ist gebaut, und nur einer je Viertel darf gleichzeitig in den Bauplatz.

Was nicht geht

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